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TSV 1860

Kind über 60-Zoff: "Beide haben sich unterschätzt"

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28.01.12, München - Martin Kind, Präsident von Hannover 96, gilt als Gegner der 50+1-Regel. In seiner tz-Expertenkolumne schränkt er das ein und erklärt den Investorenzoff beim TSV 1860.

Eines vorweg: Ich war nie für eine vollständige Abschaffung der 50+1-Regel der DFL, die Investoren die Übernahme der Kapitalmehrheit untersagt. Ich habe immer eine hohe Regelungstiefe vorgeschlagen. Mein 2011 vom Schiedsgericht des DFB bestätigter Änderungsantrag hat zur Folge, dass in Zukunft Investoren die Stimmenmehrheit bei Profiklubs übernehmen können, wenn sie sich dort seit mehr als 20 Jahren finanziell nachhaltig und umfassend engagiert haben. Das ist für mich der entscheidende Punkt. Wer sich 20 Jahre engagiert, der hat bewiesen, dass er die Spielregeln hierzulande kennt und akzeptiert und dass er in Zukunft weiterhin das Wirtschaftsunternehmen unterstützen wird.

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Bei 1860 München ist der Investor unerwartet aufgetreten, alles passierte unter Zeitdruck. Insofern überraschen mich die Schwierigkeiten nicht. Beide Seiten haben einander wohl unterschätzt. Die Vereinsvertreter von 1860 die Konsequenz des Investors, der Investor den Sinn der 50+1-Regel. Herr Ismaik hätte wissen müssen, dass der Präsident als Vereinsoberhaupt gewisse Interessen zu vertreten hat. Eine Lösung der Probleme kann meines Erachtens nur gelingen, wenn man aufeinander zugeht. Die Gesellschafter sind inzwischen so miteinander verwoben, dass sie ein Konsensmodell entwickeln müssen, das das Überleben und die Entwicklung des Unternehmens 1860 München sicherstellt. Alleingänge sind gegenüber dem Gesamtunternehmen kaum zu verantworten.

Martin Kind

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