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Tradition dank Bernie Ecclestone

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22.02.12, München - Monisha Kaltenborn ist nicht nur Teamchefin des Sauber-Teams, sondern auch tz-Kolumnistin. In ihrer Experten-Kolumne erklärt sie, warum Bernie Ecclestone ihr den Weg in die Formel 1 geebnet hat.

Als Kind wollte ich Astronautin werden. Damals habe ich noch nicht an die Formel 1 gedacht. Dabei, so denken die meisten, ist für eine Frau ein Job in der Formel 1 genauso exotisch, wie auf den Mond zu fliegen.

Das aber ist es nicht. Ich fühle mich voll in der Formel 1 integriert. Weil ich den Job ja gelernt habe. Denn schon 1998 musste ich über Motoren entscheiden. 2009 habe ich oft alleine am Tisch das Team vertreten, als die Trennung von BMW vollzogen war. Es ist auch nicht so, dass die Teamchefs bei unseren FOTA-Meetings ihre Sprache wegen mir grundlegend ändern müssen. Eigentlich haben Frauen in der Formel 1 Tradition.

Dafür hat Bernie Ecclestone gesorgt. Der hat schon immer wichtige Positionen mit Frauen besetzt. Ich glaube, dass er erkannt hat, dass Frauen oft Entscheidungen unemotionaler treffen können als Männer – weil sie das Gesamtbild vor sich haben und nicht nur das eigene. Die Werte stehen bei uns im Vordergrund. Vor allem in kritischen Zeiten.

Die Formel 1 2012: Alle Fahrer und ihre Autos

Die Formel 1 2012: Alle Fahrer und ihre Autos

Im Normalfall muss eine Chefin Entscheidungen delegieren können. Es gibt aber Situationen, in denen ich als Vorgesetzte der Geschäftsleitung direkt eingreifen muss, etwa bei der Frage der Finanzierbarkeit.

Ganz wichtig ist es, die Ruhe und den Überblick bewahren zu können, in seinem Verhalten konsequent zu sein, entscheiden zu können und die Verantwortung für diese Entscheidungen zu tragen. Fast noch wichtiger ist, den fairen und konsequenten Umgang mit Menschen zu bewahren, Bescheidenheit als Tugend zu sehen und die Fähigkeit zu haben, aus Fehlern zu lernen.

Monisha Kaltenborn

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