Startseitetz-onlineMünchenRegionRubriken

Mehr Sport

Schock für Vettel: Software-Verbot?

© Getty

23.02.12, Barcelona - Der oberste FIA-Regelhüter Charlie Whiting plant noch vor Start der Saison einen Kahlschlag. Er will die Motorensoftware von Sebastian Vettel und Mercedes verbieten lassen!

Dunkle Wolken ziehen auf vor dem Formel-1-Eröffnungsrennen in Melbourne am 18. März. Die Testfahrten in Barcelona im Moment: Sind sie nur noch Makulatur? Der Grund, wie die tz erfuhr: Der oberste FIA-Regelhüter Charlie Whiting plant noch vor Start der Saison einen Kahlschlag. Er will die aktuell benutzten „engine mappings“ (Motorsoftware) von allen Autos, die Renault- und Mercedes-Motoren benutzen, verbieten lassen.

Vettel von A bis Z: Seine Lieblingsband, sein Markenzeichen und mehr

Vettel von A bis Z: Seine Lieblingsband, sein Markenzeichen und mehr

Beide Motoren würden ein Programm benutzen, das nicht dem Reglement entspräche, heißt es. Whiting würde die von den Teams entdeckten „Schlupflöcher im Reglement“ nach dem Verbot des angeblasenen Diffusors nicht anerkennen. Soll heißen: Nach Meinung von Whiting hätten Renault und Mercedes eine Möglichkeit gefunden, mit Hilfe der Motoreinstellung und speziell konzipierten Auspuffen weiterhin den Diffusor am hinteren Ende des Autos mit Gasen zu versorgen, obwohl der Fahrer vom Gas geht – und so für viel mehr Fahrstabilitität zu sorgen.

Renault-Geschäftsführer Jean-Francois Caubet hatte in einem Interview mit dem Fachmagazin Auto Bild motorsport diese Verdächtigungen bereits angeheizt. „Obwohl sich die Regeln geändert haben, haben wir zusammen mit Red Bull eine Lösung gefunden, um den Performance-Verlust auszugleichen. Es ist nicht dasselbe, aber eine clevere Entwicklung, die den Unterschied ausmachen kann.“

Mit Red Bull, Lotus, Caterham und Williams sind vier Renault-Teams von dem möglichen Verbot betroffen, mit Mercedes GP, McLaren und Force India drei von Mercedes belieferte Team. Mit Weltmeister Sebastian Vettel (Red Bull-Renault), Nico Rosberg und Michael Schumacher (beide Mercedes GP) und Nico Hülkenberg (Force India-Mercedes) sind zudem vier der fünf deutschen Piloten betroffen. Ausnahme: Timo Glock fährt mit seinem Marussia-Team einen Cosworth-Motor.

Whting will in Kürze die technischen Direktoren der betroffenen Teams unterrichten und ihnen sein Verbot in einer Sonderkonferenz Anfang März mitteilen. Wie sich das Verbot auf die Leistungsfähigkeit der Autos niederschlägt, ist noch offen. Im schlimmsten Fall aber müssten alle betroffenen Teams ihr Auspuffsystem ändern, was das Grundkonzept eines Autos auf den Kopf stellen könnte und einen erheblichen Verlust der Rundenzeit zur Folge haben könnte.

Wie die tz erfuhr, soll Ferrari Whiting auf die besonderen Systeme der Konkurrenz aufmerksam gemacht haben. Fest steht: Ferrari könnte ein wenig Hilfe von der FIA gut gebrauchen. Denn auch der F2012 erwies sich bei den ersten Testfahrten als „rollende Baustelle.“ Die italienischen Ingenieure verstehen ihr Auto immer noch nicht. Die vier Tage vom ersten Test in Jerez verbrachten die Italiener damit, Daten zu sammeln.

In Barcelona suchen sie weiter nach Fehlen im Auto-System. Immerhin: das Problem liege in der Aerodynamik – so weit ist Ferrari schon bei der Suche nach einer Lösung bei der unerwünschten Fortsetzung der Langsamkeit. In der Box sieht es aus wie im Legobaukasten vom Nachbarsjungen. Man experimentiert Ferrari mit unterschiedlichen Motorverkleidungen, Auspufflösungen, Diffusorvarianten und Leitblechen. Bisher umsonst. Eine schwächung der Gegner könnte das eigene Chaos zumindest kleiner machen.

Ralf Bach

szmtag
nach oben

Rubriken

Impressum

Ansicht: Mobil | Klassisch